Wednesday, 16. August 2006

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Sympathisch

Drastisch

Aufgeschoben


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Toll trieben's die alten Meme


Nachdem ich am Samstag im Zuge eines beruflich bedingten Besuchs in unserer Dorfdisco ein halbstündiges Gepräch über diesen Jahrtausendwendenhype namens Memetik führen durfte, bin ich nur allzugern bereit, mich an der Vulgarisierung dieser Theorie zu beteiligen. Wer würde sich dafür besser anbieten als Thomas Pynchon, Meister der unzusammenhängenden Zusammenhänge, öffentlichkeitsscheuer Celebrity-Autor und nebenbei auch noch Urlauber?

Urlauber? Genau! Wie viele andere Amerikaner machte Thomas Pynchon nämlich einmal Urlaub in Mexiko. Nun wollte es der Zufall, dass Lee Harvey Oswald zur gleichen Zeit Urlaub machte und zwar auch in Mexiko. Wenn wir jetzt einmal die Theorie der Memetik bemühen wollen, war es also so, dass Harveys Information darüber, wer denn jetzt der Auftraggeber hinter seinem Mord an John F. Kennedy war, dringend auf ihre Fortpflanzung drängten und sich dafür ausgerechnet einen formidablen Schriftsteller aussuchten, der sie dann irgendwie in die ganze Welt tragen kann oder zumindest auf den Schreibtisch seines Kollegen Don DeLillo.

Nur so kann ich mir die Behauptung der Macher von "Journey into the Mind of P." erklären, dass Pynchon also das bestgehütete Geheimnis des US-amerikanischen Geheimdienstes mit sich tragen soll und mir fällt auch wieder ein, warum ich den Film bei seiner Erstausstrahlung schnell wieder abgeschaltet habe. Nun ist es aber so, dass Pynchon bald wieder ein neues Buch veröffentlicht, so dass die Geheimnismaschine wieder gut geölt wird. Und in diesem Zusammenhang habe ich heute erfahren, dass es eine Verfilmung von "Gravity's Rainbow" gegeben hat, die aber nie in den USA veröffentlicht wurde, und dass obwohl Peter Lohmeyer mitgespielt hat. Ihr Name war übrigens "Prüfstand VII", wird wohl der Qualitätsprüfstand gewesen sein.

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Monday, 14. August 2006

Klerikal? Faschismus?-Provinz!

So, die nächste Runde im Kampf um die Deutungshoheit über den Nahen Osten als Feld antifaschistischer Bemühungen scheint eröffnet. Es ist Tjark Kunstreich, der die Kontinuitäten von nationalsozialistischer Sozialpolitik und der der Hisbollah sowie die Gefahr eines neuerlichen Appeasement gegen den Klerikalfaschismus beschwört. Vielleicht hatte Elsässer da in prophetischer Hinsicht tatsächlich Recht und eine Klärung des Faschismus-Begriffs ist mehr als angebracht?

Unsere Stadtbücherei scheint das Problem schon gleichmal erledigt zu haben. Unter den DVDs finden sich ziemlich neben ziemlich allen Editionen der gesamten Herr der Ringe-Reihe so hochkulturelle Highlights wie "Der Untergang", "Das Wunder von Bern" und noch mehr von diesem Kram. Man leidet wohl auf jeden Fall eine Menge hier.

Eine wenig durchdachte Position tragen dann auch die VertreterInnen der örtlichen Basisgruppe der Linkspartei an die (spärlich vorhandene) Öffentlichkeit: "In dem Nah-Ost-Konflikt muss Israel als eine Seite behandelt werden, die keinerlei geschichtlichen Vorteilsbonus verdient. Dann können auch Truppen dorthin entsandt werden, die die Israelis genauso wie Hisbollah-Kämpfer behandeln und notfalls auch bekämpfen. Meinetwegen auch deutsche.", so sieht Heinrich Kowol die Ordnung der Dinge und Monika Sekler fügt hinzu: "Wie kann Israel, ein Volk aus Juden, die so schlimme Dinge unter dem Hitlerfaschismus erleiden mussten, wie kann so ein Volk eine solche Grausamkeit gegen ein anderes Volk begehen? Sie müssen doch wissen, wie die Menschen leiden, denn sie oder ihre Mütter und Väter haben damals selbst unmenschlich gelitten."
Torsten Wichert findet eine interessante Parallele: "Wer Israels Invasion nicht als Betroffener oder potenziell Bedrohter nicht Invasion der Aliens mit der Konsequenz der Bekämpfung und Ausrottung sehen soll, das wird den Libanesen und ihren inzwischen nicht mehr wenigen Opfern nichz mehr klarzumachen sein. Fragen Sie sich manchmal: Wem nützt es? Na ja, denken Sie nicht zuviel. Aber fangen Sie damit an. Schönen Tag noch."

Aber gerne doch, Herr Wichert! Und schon bin ich wieder bei meiner Lieblingsbeschäftigung-dem Verlinken von Dietmar Dath:
"Wenn man den Ausdruck „überdeterminiert“ für BEGRIFFE benutzt, heißt das, man sympathisiert mit der Ansicht, diese Begriffe hätten mehrere Eltern. Nehmen wir unter diesem Aspekt den Alienbegriff unter die Lupe; am besten anhand eines Beispiels aus der Science Fiction-Literatur, nämlich drei Romanen einer Frau namens Patricia Anthony."

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Sunday, 13. August 2006

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Egal wie häufig Sterling Hayden "I am a stranger here myself" murmelt, wenn er SUNN O)))s "My Wall" nicht bis in sein Grab hören kann, weiß ich auch nicht weiter.

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Friday, 11. August 2006

Große Kunst

Vor zwei Wochen, auf den Senior Coconut-Konzert wurde ich gefragt, was genau denn jetzt daran große Kunst gewesen sei. "Große Kunst ist eine Kategorie für Deppen, die auch in ihrer nicht lohnversklavten Zeit immer noch was zum Anbeten brauchen", wollte ich antworten, hab aber nur "Keine Ahnung" gesagt.

Saturday, 5. August 2006

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Besonders toll finde ich diesen Artikel aus dem aktuellen Cabinet Magazine, wenn meine Woche doch auch nur so interessant gewesen wäre. Wie gesagt, am Mittwoch bin ich beim Feldtest des Ruhrtalradwegs reichlich nass geworden, am Donnerstag durfte ich dafür dem ehemaligen Anwärter für die Kanzlerkandidatur und Ex-CDU-Fraktionsvorsitzenden ein paar Fragen zum Schüleraustausch stellen und ein Glas Wasser auf Kosten seines Wahlkampfbüros trinken. Eigentlich interessant war daran aber nur die Metamorphose vom gelangweilten Tischherrn zum strahlenden Eichhörnchen, sobald meine und die Kameras der Kolleginnen eingeschaltet waren.

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Wednesday, 2. August 2006

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"Wir sind nicht die Avantgarde, wir sind keine Zauberer, wir sind überhaupt nichts Besonderes, nur der Teil der Verarschten und Beherrschten, der ein paar Bücher gelesen hat.", merkt Dietmar Dath gegen Ende seines Vortrags beim "Wörterbuch des Krieges" an und nicht nur die Tatsache, dass mein neuer Prekärjob heute neben Muskelkater die komplette Durchnässung mit sich brachte, lässt mich ihm gerne zustimmen.

Als ob dem nicht genug wäre, schreibt dann auch noch Jürgen Elsässer ein paar gar nicht mal so blöde Worte zum Nahost-Konflikt, die Isolde Charims Artikel nicht zu Unrecht wie ein Knigge für den Besuch der antifaschistischen Abendunterhaltung aussehen lassen, auch wenn seine Perspektive auf den Nahen Osten hoffentlich im Nachhinein als hoffnungslos überzogen darstehen wird. Interessant besonders der Versuch, den Begriff "Faschismus" als zentrale Bezugsgröße in die Diskussion einfließen zu lassen, aber diese wirklich an den Haaren herbeigezogene Parallele zwischen amerikanischen Trotzkisten, deren Gedanken sich aufgrund familiärer Verbindungen schließlich bei den Neocons wiederfinden und den Antideutschen, für die fällt mir wirklich kein passender Ausdruck der Abscheu ein.

Und weil gerade Sluts Version des Moritats von Mackie Messer im Radio läuft, hier eine Frage zum Brecht-Jahr: hat die Nacht wirklich nur zwölf Stunden?

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Friday, 28. July 2006

I'd rather be nobody.

Nach 15 Minuten des Wackersdorf-Films sofort verstanden, warum Authentizität blöd ist. "Total" kollokiert mit "wichtig", Sterne sind nicht vorhanden, nichtmal die kalten der Neubauten, der Himmel ist auch leer, aber Gott hat sich nicht erschossen und das Dachgeschoss wird auch nicht ausgebaut. Sympathisch aber der Ruheständler, der meinte, wenn er nicht so alt sei, würde er auch helfen, die WAA "umzubringen". Ach ja, Atomkraft ist selbstverständlich blöder.

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Wednesday, 26. July 2006

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O Gedächtnis, wärst du mir doch nur so treu wie meine Rosinante! Zwei wichtige Utensilien im heimischen Domizil vergessend strandete ich knurrenden Magens in Meschede, Einkehrort und Ausgehstadt.




So machte ich mich dann auf die Suche nach einer Gaststätte und fand doch nur Verwirrung. Nachdem ich den Schlemmertreff und Mäc Snäck aufgrund mangelhafter Sitzgelegenheiten am Wegesrand zurückließ, kehrte ich in der Außenbewirtschaftung des Mescheder Grills ein, wohlweisslich, dass sich das Haus meines ehemaligen Physiklehrers nur einige Meter hinter meinem Rücken befand und vertrieb mir die Wartezeit mit der Enträtselung des örtlichen Parkleitsystems und folkloristischer Bauwerke.


Nicht genug verwundert über die sich vor mir auftuenden Rätsel wunderte mich auch die Abwesenheit eines Falafel-Gerichts auf der Speisekarte der von türkischen Mitbürgern bewirtschafteten Lokalität. Sollte das Gerücht, das mein Anhang verbreitet hatte, mit Wahrheit behaftet sein und der islamisch geprägte Kulinarraum im Gegensatz zum Marburger Libanesen keinen Platz für die jüdische Kichererbse kennen? Rätsel über Rätsel.








Merkwürdig auch die in der Heiligenstadt gepflegte Hagiographie. Das unter Schirmherrschaft von Dr. Friedrich Merz abgehaltene Beats für Benefiz zeugte mir schon von einer merkwürdigen Wahl prominenter Schutzpatrone, doch der Anrufung dieses christdemokratischen Heiligens wusste ich nichts zu entgegnen.



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Tropige Trauben ?

"This is fiction that owes no allegiance to things as they are." (David Grubbs)

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